Sportpsychologie

Im allgemeinen dient die Sportpsychologie dazu, psychologische Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln. Dies gilt sowohl für das Leistungspotential in Wettkampfsituationen, als auch für die Unterstützung der Trainingsprozesse. Dabei ist vor allem eine langfristige Zusammenarbeit essentiell, denn das Erlernen von psychologischen Fähigkeiten nimmt sehr häufig einen langen und intensiven Zeitraum in Anspruch. 

Geplant ist eine enge, regelmäßige Zusammenarbeit mit den Jugendteams, den Trainern, Spielern und gegebenenfalls den Eltern. Hierbei ist es auch möglich einzelne, außerplanmäßige Betreuungen in Anspruch zu nehmen. Diese sollten nicht nur seitens der sportpsychologischen Mitarbeiter, sondern auch von Trainern und Eltern vorgeschlagen werden. Oft haben die Trainer auch ein besseres Auge und können sowohl Eltern, als auch Spielern Betreuungen anbieten. In der Regel sind diese Betreuungen völlig freiwillig und können jederzeit gestoppt oder fortgeführt werden. Der Spieler entscheidet hierbei selber, wie viele Details der verantwortliche Trainer oder die sportliche Leitung erfahren darf. 

 

Ex-Kapitän Hummels übernimmt sportpsychologische Abteilung

Seit Beginn der Saison 2018/19 kümmert sich Jonas Hummels um alle sportpsychologischen Aspekte innerhalb des Vereins. Durch seine langjährige Erfahrung als Kapitän der SpVgg Unterhaching kann er den Spielern nicht nur sportspsychologische, sondern auch fußballerische und menschliche Werte vermitteln, um sie noch besser auf den Leistungssport einzustellen.  Zu seinen Arbeitsbereichen gehören die sportpsychologische Diagnostik sowie mentales Fertigkeits- und Gehirntraining.

 

War fünf Jahre lang Spieler bei der SpVgg: Hachings neuer sportpsychologischer Mitarbeiter Jonas Hummels.

 

 

Kooperation mit der TU München

Seit 2011 geht die SpVgg Unterhaching und die TU München mit Prof. Dr. Jürgen Beckmann und Dr. Denise Beckmann gemeinsame Wege, um eine noch bessere sportpsychologische Betreuung zu gewährleisten. Beide arbeiten bereits erfolgreich mit dem Profiteam der SpVgg Unterhaching zusammen. Im Zentrum der zukünftigen Zusammenarbeit mit dem Nachwuchsleistungszentrum steht die Verbesserung der Motivation und der Lernfähigkeit der Jugendspieler. Außerdem sollen die Nachwuchsspieler des NLZ lernen, wie sie mit den hohen Anforderungen des Leistungssport richtig umgehen können.

Das allgemeine Ziel ist, schneller ein besseres Verständnis für die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Spielers im NLZ zu erlangen, um darauf aufbauend eine individuelle Betreuung und Förderung der Spieler auch in der Praxis gewährleisten zu können. Trotz einer ähnlichen Leistungsfähigkeit innerhalb einer (Trainings-) Gruppe bleibt diese weiterhin heterogen. Dies liegt an Unterschieden bezüglich des sozialen, ökonomischen und kulturellen Hintergrundes, des eigenen Lernstil und der individuellen motivationalen Orientierung (Individualisierung). 

Die Forderung nach einem individuellen Umgang mit den Nachwuchsspielern wird dadurch unterstrichen, dass ausgerechnet jene mit einer „starken Persönlichkeit“ dazu neigen, aus dem Sport auszusteigen. Die wissenschaftliche Forschung kann belegen, dass diejenigen Sportler weniger für psychische Probleme (Burnout, Depression etc.) anfällig waren, die eine adäquate sportpsychologische Betreuung erfahren haben.

 
Prof. Jürgen Beckmann, Lehrstuhlinhaber Sportpsychologie an der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der TU München